A Travellerspoint blog

Cambodia

Kambodscha

Eine kleine Zusammenfassung...

sunny 33 °C

18.11.
So um elf Uhr in der Nacht sind wir also in Siem Reap angekommen. Wir haben das erstbeste Guesthouse genommen und sind noch auf eine kleine Erkundungstour gegangen. Gelandet sind wir im „Zoneone“, einem der wenigen Nachtclubs in der Stadt. Schon beim reingehen war klar, dass man als Ausländer einen bisschen bevorzugt behandelt wird. Im Gegensatz zu den Kambodschanern wurden wir nicht nach Waffen durchsucht, und konnten einfach so reingehen. Der Club selbst war eigentlich ziemlich schick, nur die Musik ließ einiges zu wünschen übrig: meist schnulziger kambodschanischer Schlagersound oder trashiger Techno. Nach ein paar Drinks war das auch egal und ich habe mich ins Gewühl geschmissen.
Das absolut schrägste an dem Schuppen war aber die Toilette. Dort rennt ein Typ herum der jedem eine Schultermassage verabreicht, der sich grade erleichtert.
Den kurzen Weg bis zum Guesthouse war schnell zu Fuß zurückgelegt. Ich hab mir an einem Streetstall noch was zu essen gekauft und dann sind wir ins Bett gefallen.

19.11.
Am nächsten Tag ist nicht sonderlich viel passiert: der Markt von Siem Reap war ganz nett, am Nachmittag waren wir schwimmen in einem See in der Nähe der Stadt, und am Abend sind wir – wie fast immer - noch gemütlich auf dem Balkon des Hotels gesessen und hsben geplaudert.
Die Fahrt zum See war für mich schon ein Highlight: nichts besonderes eigentlich, nur eine Fahrt mit dem Tuk-Tuk, aber ich finde es immer wieder unglaublich wie sich hier die Leute auf ihren Mopeds und Fahrrädern durch den Verkehr schlängeln ohne dass etwas passiert. Gleichzeitig sitzt man im Tuk-Tuk und beobachtet das vermeintliche Chaos und wundert sich wie das Alles ohne gebrochene Knochen ablaufen kann. Nebenbei ziehen Reisfelder vorbei und ich freue mich einfach nur hier zu sein.

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20.11.
Am 20. war Angkor Wat dran. Sehr beeindruckend sind die Tempelanlagen, und auch ziemlich groß. Ich glaube, dass ich gelesen habe, dass Angkor die größte religiöse Stätte der Welt ist. Kann ich mir gut vorstellen. Wir vier sind den ganzen Tag herumgelaufen, haben Tempeltreppen bestiegen die teilweise unglaublich steil waren (keine Ahnung wer auf die Idee kommt, so was zu bauen…) und am Abend haben wir den Sonnenuntergang genossen.
In Angkor bin ich auch mit einem Mönch ins Gespräch gekommen, was eigentlich nicht schwierig ist, da junge Mönche jede Gelegenheit nutzen ihr Englisch zu verbessern.
Wir haben e-mail-Adressen ausgetauscht und zwei Tage darauf hat er sich bei mir auch schon gemeldet.

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21.11.

Morgens ging’s weiter nach Phnom Penh. Die Busfahrt war kein Vergleich zur Fahrt nach Siem Reap. Die Straße war relativ gut und der Bus ist auch nicht zusammengebrochen. Dafür war’s eben auch weniger ereignisreich. Die Landschaft zwischen Siem Reap und Phnom Penh ist sehenswert; ich habe die meiste Zeit damit verbracht mir die Häuser, Menschen und Reisfelder anzusehen und Musik zu hören.
In Phnom Penh wurde Chris von einer Freundin, die in Phnom Penh lebt, abgeholt. Ich, Cat und Cornelia sind an den See gefahren, da es dort die billigsten Unterkünfte gibt. Zu dritt haben wir uns ein Zimmer genommen. Das Beste an dem Guesthouse war, dass es direkt am See ist, und das Boot das dort quasi eine Verlängerung des Restaurants darstellt.

Abends hat es uns in eine kleine Bar verschlagen und das war’s dann auch schon wieder.

22.11.
Es ist schon lustig wie man beim reisen Leute kennen lernt und plötzlich, ohne darüber zu sprechen, gemeinsam unterwegs ist. Jedenfalls war das bei Chris, Cat, Cornelia und mir so.
Irgendwann hat es einfach geheißen: was machen wir als nächstes.
Da unser nächstes Ziel Laos hieß, musste noch ein Visum her. Da die zwei Mädels keine Passfotos mehr hatten, wollten sie schnell (!) welche besorgen. Ich und Chris sind über eine Stunde auf der laotischen Botschaft herumgesessen und haben uns schon ein bisschen Sorgen gemacht, was den los sei. Sie sind dann aber doch wieder unbeschadet aufgetaucht.

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Der Markt der Stadt war sehr spannend und am Abend sind wir mit dem Tuk-Tuk auf eine kleine Halbinsel gefahren. Ich hatte eigentlich mehr Touris erwartet, aber was ein überlaufener Aussichtspunkt hätte sein können, stellte sich als Slum heraus. Ich war schon ziemlich überrascht über die Menschen die auf Booten und in alten Blech- und Holzhütten leben. Sicher, ich hatte schon vorher Armut gesehen, aber es war schon eigenartig auf der anderen Seite des Flusses die schönen Hotels und Gebäude zu sehen und auf der anderen Seite Menschen die unter sehr schlechten Bedingungen leben. Wir sind einige Zeit geblieben, haben den Kindern, die uns sofort umringt haben, Süßigkeiten gekauft und etwas getrunken.
Trotz der Armut und der Trostlosigkeit der Menschen in dieser Gegend habe ich mich nicht unwohl gefühlt. Die Kinder waren lustig und sehr lebendig, für sie macht es vielleicht noch nicht so viel aus, dass sie arm sind. Ansonsten hat niemand gebettelt, die meisten Leute haben uns mehr oder weniger ignoriert. Man muss sich auch vor Augen halten, dass wir die einzigen Ausländer dort waren, es dürfte nicht so viele hierher verschlagen.
Später haben wir die Freundin von Chris, Rita, in der Bar „Elsewhere“ getroffen und sind mit zu ihr nach Hause gefahren. Spät in der Nacht sind wir erst wieder nach Hause gekommen.

23.11.
(Fast)jeder der nach Phnom Penh kommt fährt zu den Killing Fields und sieht sich das ehemalige Gefängnis der Roten Khmer an. Die Fahrt zu den Killing Fields mit dem Tuk-Tuk ist wieder mal unglaublich. Mehrere Male waren wir kurz vorm umkippen, die Schlaglöcher sind einfach nur brutal.
Bei den Killing Fields gibt es nicht wirklich etwas zusehen. In einem großen Turm sind die Schädel von achttausend Opfern der Roten Khmer ausgestellt. Die alten Gebäude, in denen gefoltert und der ganze Wahnsinn organisiert wurde, stehen nicht mehr. Es gibt nur noch einige Gruben zu sehen, in denen die Leichen verschart wurden.
Ob es wirklich sein muss, dass auf dem Areal Knochen von Opfern in Körben herumstehen oder die Schädel ausgestellt werden, ist eine andere Frage. Ich hatte sehr stark das Gefühl das man hier den Besuchern die Sensation und die Fotomotive liefern will, die sie sich erwarten.
Ich habe auch gehört, dass eine japanische Firma die Killing Fields gekauft hat. Hier geht’s also weniger um Vergangenheitsbewältigung als ums Geschäft.
Dann waren wir im Tuol Sleng, dem größten Gefängnis der Pol Pot-Zeit,.hier wurde nicht gemordet, das war der Platz an dem gefoltert wurde. Wer nicht mehr von Interesse war, wurde zu den Killing Fields gebracht und dort beseitigt.

Unser Visum war fertig. Die 40 Doller haben ein bisschen geschmerzt, aber was soll’s,
Laos sollte es wert sein.

24.11.
Weiter ging’s nach Kratie, den Mekong rauf. Mit dem Bus wieder gut 6 Stunden unterwegs.
In Kratie haben uns schon mehrer Hotelmitarbeiter in Empfang genommen und auf uns eingeredet. Wenn man einige Stunden im Bus sitzt und dann endlich da ist, kann das schon anstrengend sein. Nach einigen Verhandlungen haben wir ein sehr schönes Zimmer in einem Hotel direkt am Mekong gefunden. 2,5 Doller für ein Hotelzimmer das bei uns locker 30-40 Euro gekostet hätte, plus eine große Terrasse mit super Aussicht auf den Mekong. Mit dem Moped wurde noch die nähere Umgebung abgecheckt und später haben wir es uns auf der Terrasse bei Musik und Bier gut gehen lassen.

25.11.
Mit dem Moped hier in Kratie herum zu fahren ist schon eine Freude. Die Gegend ist super, man kann lang am Mekong entlang fahren, an Dörfern vorbei und kein anderes weißes
Gesicht weit und breit. Besonders die Kinder freuen sich sehr wenn man an ihnen vorbei fährt. Dauernd hört man kleine Kambodschaner „Hello“ rufen und hat schon einige Mühe immer zurückzugrüßen. Wir haben Süßwasserdelfine gesehen, die hier in der Gegend vom Aussterben bedroht sind. Möglich dass sie in ein paar Jahren hier nicht mehr gibt..

Das „Floating Village“ war der Hammer. Etliche Familien die mitten im Mekong auf schwimmenden Holzhütten leben, inklusive Schweinestall und kleine Shop. Ich und Chris haben ausprobiert mit dem Netz zu fischen. Wir sind aber ziemlich kläglich gescheiter (Vor allem ich…). Gar nicht so leicht, das acht Kilo schwere Netz vom wackeligen Boot zu werfen. Das verlangt viel Balance und Geschick. Die kambodschanischen Typen hatten auf jeden Fall viel Spaß dabei uns zuzusehen.
Morgen fahren wir weiter nach Stung Treng.

26.11.
Am späten Nachmittag sind wir angekommen. Hier ist die Auswahl an Hotels nicht so groß, und die Zimmer sind teilweise sehr heruntergekommen. Also mussten wir etwas tiefer in die Tasche greifen als sonst. Drei Doller pro Person kommen einem nach zweieinhalb Wochen Asien schon ziemlich viel vor. (ich weiß, wir sind schon sehr geizig, aber wir reisen noch lang …)
In „Richi’s Bar“ habe ich Kobrafleisch und Entenei ausprobiert. Das Entenei war wirklich das ekeligste was ich bis Dato gegessen habe. Hört sich nicht schlimm an, Duckegg, wäre da nicht eine halb geschlüpfte Ente drinnen. Ich musste mich echt zusammenreißen, um nicht wieder alles rauszuwürgen.
Chris und ich hatten eine kleine Competition rennen. Meistes wenn ich etwas Ausgefallenes zu essen sah, hab ich gesagt “Ich esse es, wenn du es auch isst“.
Das Entenei kann man sich aber wirklich sparen.

Posted by irezumi 5:43 AM Archived in Round the World | Cambodia Comments (0)

Holidays in Cambodia

sunny 34 °C

Am 18 November ging’s also weiter. Bis kurz vor die Grenze hat uns ein Minibus gebracht, dort konnte man sich das Visum für Kambodscha besorgen. Im Warteraum haben wir Chris kennen gelernt, mit dem wir noch einige Zeit unterwegs sein sollten. Mit dem Bus dann weiter und zu Fuß über die Grenze. Unser Fahrer hat noch gesagt, dass ein Bus auf der kambodschanischen Seite auf uns warten würde. Es kamm natuerlich wieder mal anders...
Ich weis nicht ob ich mir das nur eingebildet habe oder ob es wirklich so ist, aber ich hatte sofort das Gefühl dass alles in Kambodscha viel ärmer und dreckiger ist als in Thailand.
Klar wusste ich das vorher schon, aber dass der Kontrast so groß ist, damit hatte ich nicht gerechnet.
Wie versprochen hat uns ein Reisebus abgeholt, aber die Fahrt hat nur ein paar Minuten gedauert, da das Ziel nicht Siem Reap hieß, sondern Busbahnhof von Poipet. Dann ist mal lange nichts passiert. Als es weiterging sollten wir nicht mit einem Bus fahren, sondern uns auf die Ladefläche eines Pick-Ups setzten. Nur für eine halbe Stunde, hieß es, dann könnten wir mit einem Bus weiterfahren. Kein Problem, aber aus den anfänglich acht Leuten wurden am Schluss 17, die sich im und auf dem Pick-Up zusammen quetschten. Sogar auf dem Dach und auf den Rucksäcken, die hinten fastgebunden waren, sind noch Leute gesessen.
Die Fahrt war wirklich der Wahnsinn, so was erlebt man nicht wenn man Zuhause bleibt, deswegen reise ich. Über die schlechteste Straße die ich jemals gesehen habe sind wir Richtung Siem Reap gefahren. Alle sind die nächsten zwei Stunden kräftig durchgeschüttelt worden und nach kurzem war man von Kopf bis Fuß mit einer dicken Staubschicht überzogen. An uns zogen einfache Holzhütten auf Stelzen vorbei, Kinder winkten und wir taten unser Bestes um nicht allzu viel Staub in die Augen zu bekommen.
Nach gut zwei Stunden gab’s eine kurze Pause bei der sich Chris und Cat – auch sie sollte noch länger mit uns unterwegs sein – zu uns setzten, und wir unsere leeren Mägen füllten.
Dann rein in den Reisebus, der schon auf uns gewartet hat, und weiter über Stock und Stein.
Der Fahrer gab ordentlich Gas, und wieder hat es uns ganz schön hin und her geworfen.
Nach einer Stunde war die Fahrt plötzlich zu ende, ein Truck versperrte sie Straße.
Zufällig starb genau in dem Augenblick, als wir stehen blieben, auch unser Bus ab und sprang nicht mehr an. Alle sind erst mal raus aus dem Bus und herumgestanden. Hinter unserem Bus hat sich dann ein kleiner Stau gebildet. Zu der Zeit war es schon gut eine Stunde dunkel, was das Ganze noch unübersichtlicher machte. Viele Kambodschaner haben den Truck, der vor uns zusammen gebrochen war, samt Anhänger mehrmals hin und her geschoben. Als die Straße wieder frei war stellte sich die nächste Frage: wie bringt man unseren Bus zum laufen?
Natürlich anschieben. Zuerst haben nur einige Kambodschaner angeschoben, als das nichts brachte sind immer mehr Touris aus dem Bus gestiegen und haben mitgeholfen. Ich habe eigentlich nicht mehr damit gerechnet, aber der Bus ist dann wirklich noch angesprungen und wir sprangen in den fahrenden Bus. Das einzige Problem war, dass nur noch der zweite Gang funktionierte, also war anhalten für die nächsten drei Stunden ausgeschlossen. Das wurde für den Einen oder die Andere zu einem Blasentrainig der etwas anderen Art. Nach etwa 15 Stunden hatten wir die Strecke von Koh Chang nach Siem Reap, immerhin etwa 250 – 300 Kilometer, zurückgelegt. Kambodscha hat uns willkommen geheißen, und wie!

Posted by irezumi 8:03 PM Archived in Round the World | Cambodia Comments (0)

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